08. November. 2011 bis 03. April 2012
Jüdisches Museum Wien, Judenplatz 8, 1010 Wien
Die österreichische Künstlerin Zenita Komad befasst sich bereits seit vielen Jahren mit dem Thema Spiritualität. Stets geht es um den Zusammenhang zwischen kulturell-historischen Kontexten und der je eigenen existentiell-personalen Grundhaltung des Individuums.
Mit dem Titel ihrer Ausstellung im Museum Judenplatz hält sie sich viele Interpretationsmöglichkeiten offen: „Spirituality is not Shopping“ stammt aus einer ihrer Zeichnungen. Zugleich bezieht sich Zenita Komad mit der Verwendung von Zahlen, Wörtern und Bildern auf kulturhistorische Motive von weiter gefasster Bedeutung: Die Zahl 64 etwa enthält 8 mal die Zahl 8, die als arabische Ziffer dargestellt in liegender Form mit dem Symbol für Unendlichkeit zusammen fällt und in vielen religiösen und spirituellen Zusammenhängen eine Rolle spielt.
Ein Film von Rebekka Hagg für die Ausstellung wird aus 64 Porträtaufnahmen von je gleich vielen Frauen und Männern bestehen, die jeweils einen Satz aus einem poetischen Text sprechen. 121 Zeichnungen, die Zenita Komad generell als bildliche – und manchmal auch wörtliche – Niederschriften von Denkprozessen versteht, werden im Museum Judenplatz zu sehen sein.
In einer Installation im Hauptraum wird Zenita Komad – wie schon zuvor etwa für die Schachoper 2005 in der Kunsthalle wien oder „When Heaven Kisses Earth“ 2008 – erneut die Systematik des Spiels verwenden. Unter Beteiligung von Rebekka Hagg, Thomas Amann und Markus Mittringer wird sie ein spielbares Orakel für mehrere Teilnehmer entwickeln, das die einzelnen Teile der Ausstellung zu einem Kosmos verlinkt und verdichtet: die Zeichnungen, die Installation und den Film.
BOUROUINA GALLERY
Charlottenstraße 1–2, 10969 Berlin
29 October 2011 – 22 December 2011
kuratiert von Johannes Sperling
mit Arbeiten von: Tim Berresheim, Madeleine Boschan, Laura Bruce, Frauke Dannert, Peter Dobroschke, Mathew Hale = Alexander Voice, Eva Eun-Sil Han, Lothar Hempel, Jonathan Hernandez, Matthias Hesselbacher, Jakob Kolding, Zenita Komad, Hank Schmidt in der Beek, John Sparagana, Jacob Whibley.
Ausstellungseröffnung
73% Ausstellung
21% Religion
6% Zweifel
Religion erlebt zum Beginn des 21. Jahrhunderts ein unerwartetes Comeback: 9/11, Kopftuch-, Kreuz- und Relativismusdebatten, Karikaturenstreit, die Grammatik von Fundamentalismus und Gewalt haben Politik, Gerichte, ja sogar geistige Wertehierarchien insgesamt durcheinandergewirbelt. Gleichzeitig werden der Ruf nach Werten und die oft diffuse Angst, „sich abzuschaffen“, immer lauter. Wie aber reagiert aktuelle Kunst auf solche Religionsdebatten?
„Irrealigious!“ bringt künstlerische Positionen im Schnittfeld von Glaubenssystemen zusammen, Werke, die sich für Offenbarungen ebenso interessieren wie für das Vakuum nicht bewältigter Gegenwart, und die so eine Wiederkehr der Religion in der Kunst bezeugen – eine Wiederkehr auf dem Grat zwischen der Angst vor orientierungsloser Säkularisierung auf der einen und totalitären Gottesstaaten auf der anderen Seite.
Mit 0512 (A), Peter Ablinger (A), Maja Bajevic (BIH/F),
Anna & Bernhard Blume (D), Papo Colo (PRI/USA), Danica Dakíc
(BIH/D), Marta Deskur (PL), Wilfried Gerstel (A), Hermann Glettler (A),
G.R.A.M (A), Christian Jankowski (D), Zenita Komad (A), Korpys/Loeffler
(D), Marianne Maderna (A), Muntean/Rosenblum (A/IL), Adrian Paci (AL/I),
Hannes Priesch (A/USA), Lidwien van de Ven (NL), Daphna Weinstein
(IL/A), Nives Widauer (CH/A)
Kuratiert von Johannes Rauchenberger (A)
Sprache als Medium der zeitgenössischen bildenden Kunst
Ursula Blickle Stiftung
Eröffnung: 12. November, 19 Uhr
Dauer: 13. November – 18. Dezember 2011
Paul van der Eerden, Heinz Gappmayr, Gilbert & George, Alex Gingrow, Franz Graf, Zenita Komad, Mika Kuoriuk, Ken Lum, Ken Lum, Marko Lulic, Maurizio Nannucci, Raymond Pettibon, Jack Pierson, Edward Ruscha, Jorinde Voigt und John Waters.
Kurator Prof. Peter Weiermair, Frankfurt
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Textbeiträgen von Peter Weiermair und den KünstlerInnen